Ein Bastelbogen …

Am 05.10. hatte die Bürgerinitiative zum Erhalt des Speichers zum Vortrag mit zwei namhaften Referenten eingeladen. Unter dem Strich hat der Abend außer einem Bastelbogen nichts Neues gebracht. Gar nichts um genau zu sein.

Wo waren die großartig angekündigten neuen Ideen? Fehlanzeige. Das Gebäude soll umgebaut werden und zukünftig Wohnungen und Gastronomie enthalten – nichts Neues. Die Anzahl der Wohnungen und Appartements zur Selbst- oder Feriennutzung soll um die 20-30 Einheiten liegen- nichts Neues. In den Röhren / Waben sollen Versorgungsleitungen und ein Treppenhaus geführt werden: wurde bereits von einem der vorangegangenen Investoren geprüft und verworfen – also auch nichts Neues. Das Investitionsvolumen soll bei rd. 9,5Mio.€ liegen; die bisherigen Schätzungen der verschiedenen Interessenten lagen zwischen 8 und 12 Mio. € – auch nichts Neues. Und: kein Investor in Sicht!! Keine alternative Finanzierungslösung in Sicht!!

Da stellt sich dem aufmerksamen Betrachter langsam aber sicher die Sinn-Frage. Wie kann es sein, dass den Bürgern vorgegaukelt wird, man könne eigene Ideen einbringen? Auf der Veranstaltung kein Wort zu den Vorschlägen der Bürger. Wie kann es sein, dass den Abrissbefürwortern mangelnde Kreativität vorgeworfen wird? Die Architekten und die Wortführer der “Pro-Speicher-Initiative” haben jedenfalls auch keine kreativen Ideen; Gastronomie, Gewerbe, Wohnungen … Stopp! Doch: den Bastelbogen wollen wir nicht vergessen.

Und noch zwei Indizien zur Bürger-Veräppelung: 1.) es wurde tatsächlich die Meinung vertreten, man könne das Gebäude nach und nach sanieren; vielleicht im ersten Schritt nur die ersten beiden Etagen, die nächsten dann ein paar Jahre später. Antwort: der gesunde Menschenverstand sagt einem jeden Zuhörer und Leser, dass NIEMAND eine Wohnung, ein Büro oder ein Restaurant in einem siebenstöckigen Haus beziehen wird wenn er weiß, dass über ihm in den nächsten Jahren noch 5 Geschosse mit schwerem Gerät saniert werden. Und 2.) es wurde tatsächlich die Frage nach den Verkaufs-Chancen für 125qm- bis 250qm-Wohnungen mit einem qm-Preis von 3.000€ von der Referentin wie folgt beantwortet: “Die verkaufen sich in Bad Essen von selbst.”. Dabei wissen wir alle, dass in den letzten 8 Jahren fünf seriöse Investoren aufgrund fehlender Vermarktungschancen ihr Engagement eingestellt haben. Wie ist es dann möglich, den Bürgern eine solche Antwort zu präsentieren? An die Adresse der “Pro-Speicher-Initiative”: das ist schlicht unseriös. Die Bürger, die Ihre Initiative unterstützen, werden so von Ihnen an der Nase herumgeführt.

Der Speicher ist kein Spielzeug wie ein Bastelbogen – er ist Gegenstand ernsthafter und ehrlicher politischer und gesellschaftlicher Arbeit. Daher steht der Abrissbeschluss als Ergebnis einer rationalen Abwägung.