Wie geht: Vergabe der Abbrucharbeiten?

Zur Zeit werden verschiedentlich Diskussionen angestoßen, die sich mit der Art und Weise der Preisfindung für die Abbrucharbeiten beschäftigen. Zur Klarstellung und zur Vermeidung von Irritationen beschreibe ich deshalb das Verfahren:

1. Unser Sanierungstreuhänder BAUBECON hat die zu erwartenden Kosten nach bestem Wissen und Erfahrungswerten abgeschätzt. Diese Schätzung wurde für die Kalkulation der Gemeinde zugrunde gelegt und dann schrittweise weiter konkretisiert.

2. Der Sanierungsträger hat dann die Ausschreibung der Arbeiten vorzubereiten. Im Falle der Abbrucharbeiten hat die BAUBECON dies jedoch nicht selber getan, sondern ein spezialisiertes Unternehmen aus Bremen (UMTEC) damit beauftragt.

3. UMTEC hat (auf Honorarbasis) eine Zusammenstellung und Beschreibung der einzelnen Arbeiten, ein sogenanntes Leistungsverzeichnis, erstellt. Alle Arbeitsschritte werden hier im Einzelnen beschrieben und aufgelistet. Im Falle der Abbrucharbeiten handelte es sich um ein Dokument von 56 Seiten mit weit mehr als 100 Einzelpositionen. Im Rahmen dieser Detailarbeit hat UMTEC der BAUBECON eine erneute Kostenschätzung übermittelt. Aus dieser Detailschätzung entstammt die Zahl von rd. 615.000€ “erwartete Abbruchkosten”, die alsdann u.a. durch Bürgermeister Timo Natemeyer im Rahmen des Bürgerforums am 17.10.2018 vorgestellt wurde (Link zur Präsentation: hier; Seite 49).

4. Das Leistungsverzeichnis wurde für einen bestimmten Zeitraum veröffentlicht, sodass sich interessierte Unternehmen mit einem Angebot bei UMTEC melden konnten. Auf unsere Ausschreibung haben sich insgesamt 7 Bieter beworben. Die Preisspanne der Angebote lag zwischen gut 686.000€ und gut 237.000€. Aufgrund der großen Abweichung von den geschätzten Kosten hat das Rechnungsprüfungsamt des Landkreises Osnabrück das Ausschreibungsergebnis auf seine sachliche Richtigkeit hin geprüft, BEVOR die Firma Moß aus Lingen den Auftrag erhalten hat. Damit muss die Firma Moß die beschriebenen Arbeiten zu den angebotenen Preisen innerhalb der ebenfalls ausgeschriebenen Rahmenbedingungen ausführen.


Eine solch verbindliche Preis-Klarheit ergibt sich natürlich erst am Ende des Auschreibungs- und Vergabeprozesses mit der eigentlichen Angebotsabgabe durch die interessierten Auftragnehmer und die abschließende Auftragsvergabe. Es können sich durch unvorhergesehene Dinge nun immer noch Preisänderungen ergeben. Diese in der Ausschreibung nicht beschriebenen Aufgaben und Arbeiten sind im Rahmen der laufenden Arbeiten durch einen formellen Nachtrag vom Unternehmer (Moß) beim Auftraggeber (BAUBECON) anzumelden. Der Auftraggeber muss einen solchen Nachtrag in einer angemessenen Frist prüfen und die ergänzenden Arbeiten freigeben. Und natürlcih anschließend auch bezahlen. Erst nach Abschluss aller Arbeiten wird die entsprechende Abrechnung erstellt und der Auftrag damit beendet.